Backlist, Le Quotidien

Meine Lieblings Podcasts.

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Mission Podcast.

Eigentlich liebe ich das Radio so richtig, seit ich nicht mehr beim Radio arbeite. Kaum war ich aus dem Funkhaus draußen, habe ich meine Begeisterung für die Ö1 Formate “Hörbilder” und “Diagonal” entwickelt. Dann bin ich nach New York gezogen und habe immer mehr amerikanische Medien konsumiert. Ich spreche selbstverständlich von Keeping Up With the Kardashians, FOX News und Netflix. Ok, Netflix ist mir wirklich ein kleines bisschen zum Verhängnis geworden. Die Kardashians auch, aber um FOX News mache ich einen großen Bogen.

Gar keinen Bogen mache ich neuerdings um Podcasts. So langweilig, ich rede von nichts anderem mehr. Ohne Aussicht auf Veränderung. Radio macht glücklich. Radio ermöglicht mir, sportlich zu sein, und zu laufen. Ich höre nämlich nicht Musik, sondern Wortsendungen, wenn ich meine Runden im Prospect Park drehe. Oder wenn ich 10 Stunden pro Woche im A Train stehe. Podcasts sind mein Hobby. Alles, was man 10 Stunden in der Woche macht, ist ein Hobby. Podcasts versüßen mir den Tag.

Was man als Österreicherin von Amerikanern lernen kann, ist ihre narrative Souveränität. Die meisten Amerikaner können 1A Reden schwingen, präsentieren und auf den Punkt kommen. Period. Wie oft ich mich schon einer Ansprache zuhörend vorgefunden habe, über ein Thema, das mich gar nicht interessiert hat.

Begonnen hat es mit Serial. Serial ist im Oktober 2014 herausgekommen. Ich verstehe nicht, warum ich erst im April 2015 darauf gestoßen bin, und wie dieser Zug an mir vorbeifahren konnte. Ich weiß schon, weil mir kein Podcast Missionar begegnet ist. Deswegen schreibe ich nun diese Zeilen.

Ich fahre in keiner bestimmten Reihenfolge auf die folgenden Podcasts ab:

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Ich weiß nicht, ob man Krimis mögen muss. Oder ob man Radio mögen muss. Oder ob es noch viel elaboriertere Radioformate gibt. Ich weiß nur, dass ich die erste Staffel, bestehend aus 12 Episoden, von Samstag auf Sonntag gehört habe. Dass ich im Prospect Park spazieren gegangen bin, es war einer der ersten richtig warmen Tage des Jahres, Väter haben ihre Kinder beim Baseball angefeuert, ich habe mich auf ein Bankerl gesetzt und Sarah Koenig zugehört, wie sie ihre Geschichte über einen Mord im Highschool Milieu von Baltimore in den Neunzigerjahren aufrollt. Vor ein paar Wochen kam eine Art Spin-Off namens Undisclosed- The State vs Adnan Syed heraus, das den Fall weiter aufrollt. Leider nicht von Radiomenschen gemacht, ich muss mir den Podcast aber leider trotzdem anhören, weil mich das Thema so gepackt hat. Man lernt Radiomenschen noch mehr lieben.

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Als nächstes: Invisibilia. Gut, ich bin nahe am Wasser gebaut, aber dieses populärwissenschaftliche Format hat mich an manchen Stellen sehr gerührt. Es werden Menschen einerseits und andererseits Phänomene, Gefühle und Kräfte untersucht, die unser Verhalten steuern. Mit bisschen Neuro, ja. Und Psychologie, auch. Küchenpsychologie, vielleicht. Ist mir aber egal.

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This American Life, ein Klassiker. Ein alter Hut. Aber ich bin neu hier in diesem Land, und war sehr erfreut Ira Glass über das Radio kennenzulernen. Wahrscheinlich ist das mein Lieblingspodcast. Ein bisschen wie eine Mischung aus “Hörbilder” und “Diagonal”. Geschichten von Menschen, um ein Thema versammelt. Erzählt vom wunderbaren Ira Glass, der einen sehr interessanten und subtilen Sprachfehler hat. Man kann einfach alles schaffen in diesen Vereinigten Staaten. Man kann der beste Radiosprecher der USA werden und einen Sprachfehler haben.

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Meine neueste Entdeckung ist allerhand. The Mystery Show. Mein Popkulturherz schlägt höher. In dieser Show werden persönliche Rätsel gelöst, die durch das Internet nicht geknackt werden können. Starlee Kine geht auf Recherche um Menschen, die von ihren Rätseln geplagt sind, zu erlösen. Mit Britney! Ur gut.

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Hardcore History by Dan Carlin mag ich, weil ich eingewickelt werde in den Vortrag von Dan Carlin, der zum Beispiel den ersten Weltkrieg nacherzählt, und mir sämtliche Verstrickungen näherbringt, ohne, dass ich viel Vorwissen haben muss. Ich mag es, wenn jemand komplizierte Sachverhalte einfach darlegen kann.

Wen es jetzt gepackt hat, der kann sich auch noch diese Podcast zuführen: Radiolab, Freakonomics und 99 % Invisible.

Anleitung: auf seinem Internetztelefon eine Podcast App installieren und die besagten Formate abonnieren. So einfach. Nachdem man sie angehört hat, löschen sie sich automatisch und verstopfen nicht den Speicher. Außer man möchte, dann kann man Episoden behalten. Alle diese Podcasts sind gratis.

 

(image source: http://www.reddit.com/r/serialpodcast/comments/2mhakg/what_i_looked_like_before_and_after_starting/)

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