Le Quotidien

Über Pizza.

2014-11-23 13.04.52

Mit vielen Bildern und How-Tos.

Das Wichtigste beim Bloggen ist die Regelmäßigkeit. Check. Ich schreibe diese Zeilen auf einem verwahrlosten Computer, dessen Tastatur ich nicht mehr kenne. Ich habe mich an eine amerikanische (Arbeits-)Tastatur gewöhnt, und finde mich mit den vielen Umlauten nicht mehr zurecht. Wo ist das scharfe S? Jeden Samstag wache ich auf und denke mir: Ich war mal eine Läuferin, ich war einmal jemand, der einen Blog geschrieben hat und ich war auch jemand, der einmal Wäsche gewaschen hat. Und dann meditiere ich mir den Tatendrang weg. Mit einer App, natürlich. Da kann doch in der seeligen Ruhe eines Samstag Vormittags kein Freizeit-Stress ausbrechen. Deswegen laufe ich jetzt nicht mehr, und sage, es ist wegen des Wetters und der Dunkelheit. Ich komme sehr spät aus meinem Arbeitstag in Brooklyn an. In diese finsteren Nächte möchte ich nicht hineinlaufen. Lieber den Herd anwerfen, und Dinge selber machen, die jeder Amerikaner und jede Amerikanerin als Fertiggericht kauft. Pizza!

Ich habe ein Kochbuch für Manuel geschrieben. Er verwendet es oft. Vieles klappt nicht beim ersten mal, oft habe ich mich mit Mengenangaben vertan. Aber, (Lob auf mich selbst beginnt hier) ich glaube es sind nicht nur präzise Angaben, die es einzuhalten gilt, um ein guter Koch oder eine gute Köchin zu sein, ich glaube, es ist jahrelanges Scheitern und Gelingen. Ich habe bestimmt schon 50 mal Pizzateig gemacht, bis mir nach Jahren der Knopf aufgegangen ist, dass sie umso besser schmeckt, je weniger man auf eine Pizza legt. Und wieder einige Jahre später, es war gestern, ist mir der perfekte Teig und die perfekte Pizza gelungen, und ich schwahahöre, sie war die beste Pizza in Brooklyn. Vergessen Sie Roberta’s, Saraghina und Barboncino. Und noch vor einem Monat, als ich das letzte mal Pizza gemacht habe, habe ich den Teig vergeigt. Die Pizza ist am Backpapier hängen geblieben und ich war fuchsteufelswild. Habe sofort noch mit fettigen Händen auf der fremdgewordenen Tastatur einen Beschwerdebrief an Reynold’s  den Hersteller, in die Tasten gehaut.  Ein paar Tage später bekomme ich den dritten Brief, seit ich hier lebe. Von Reynold’s. Amerika, du Land der Dienstleistung. Drin steckt ein Gutschein für eine Rolle Reynold’s Wax Paper.

Ich verzichte seither auf Backpapier und nehme Öl. Auch zum Einwickeln der Jause. Und gestern, bei der perfekten Margherita, habe ich Öl und Semmelbrösel (ahahahaha, Semmeln, I wish… Breadcrumbs) verwendet, mit dem Ergebnis, dass sich die Pizza alleine durch die Kraft der Gedanken vom Blech weg auf den Teller bewegt hat.

Mein Punkt ist, JAHRELANGE ÜBUNG MACHT DEN MEISTER! Und sonst gar nichts. Lob auf mich selbst endet hier. Aber ein Kochbuch ist ein Anfang, Manuel.

Rezept für Margherita Bruklinese gibt es auf Zuruf.

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